2017-05-15 11:09:41 | Verein

Gelungener Abend


Am 19. März luden der SV Hausen a.A. sowie der FC Krauchenwies zu einer Informationsveranstaltung mit dem Titel „Neuausrichtung des Fußballs in Hausen a.A. und Krauchenwies“ ins Vereinsheim am Andelsbach ein. Bei der gut besuchten Veranstaltung referierten Vorstandsmitglieder beider Vereine über das Thema, wie der Fussballsport in beiden Teilorten in Zukunft gestaltet werden soll.

Ein gemischtes Publikum, bestehend aus Vereinsfunktionären, Spielern, Altgedienten und Freunden beider Vereine fand sich am Sonntagabend in Hausen a.A. ein. Mit rund sechzig Personen war das Vereinslokal voll besetzt. Kurt Röll, Gesamtvorstand des SV Hausen a.A., übergab nach kurzer Einleitung das Wort an Andreas Ostermaier, der in Funktion als Abteilungsleitung Fussball des SVH die Veranstaltung leitete.

Unter der großen Leinwand berichtete er zunächst über die Beweggründe für eine Neuausrichtung. Beim Stichwort „Demographie“ präsentierte er zunächst ein Diagramm, bestehend aus aktuellem Bevölkerungsstand der Gemeinde und einer Bevölkerungsvorausrechnung. „Wir werden immer weniger“. Ein Umstand der Fakt sei, dem man sich nicht verschließen darf und aus dem es die richtigen Schlüsse zu zeihen gelte. Und dies zu einem Zeitpunkt, an welchem man noch handlungsfähig sei. Was dieser Umstand speziell für den Fußball in der Gemeinde bedeutet, legte er mit einem Schaubild über die aktuelle Anzahl der Jugendspieler in der Gemeinde-SG dar. „Alleine, ohne Partner geht’s nicht mehr“, vielmehr sei jetzt der richtige Zeitpunkt um formell die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Bereits im nächsten Satz ließ er die Katze aus dem Sack: Es ist geplant, die Abteilung Fussball des SV Hausen a.A. dem FC Krauchenwies anzugliedern. Zukünftig sollen alle Mannschaften unter dem Namen FC Krauchenwies/Hausen a.A. 1911 e.V. den Spielbetrieb bestreiten. Gründe für die vor allem aus Hausener Sicht weitreichende Entscheidung gebe es viele. Allen voran den Erhalt der Sportstätte in Hausen, welche nur in einer Vereinskonstellation unter gleichberechtigten Partnern gewährleistet werden könne. Verbindliche Vorgaben im Jugendbereich, welche die Anzahl der an einer Spielgemeinschaft beteiligten Vereine einschränke, sei ein weiteres Hauptargument für den vorgeschlagenen Weg. Die formale Bündelung zu einem reinen FC sei dabei zwingende Voraussetzung um zeitgemäße Strukturen zu schaffen.

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Das Vereinsheim in Hausen a.A. war vergangenen Sonntagabend gut gefüllt...

Zu zeitgemäßen Strukturen gehören natürlich auch entsprechende Mitgliedsbeiträge. Hier sei eine Erhöhung für die aktiven Sportler und im Jugendbereich unabdingbar. Es soll eine Staffelung von unten nach oben geben, während die aktuellen Passivbeiträge des FC Krauchenwies in der Höhe belassen werden. Er zog Vergleiche mit umliegenden Vereinen wie dem FV Bad Saulgau, dem SV Denkingen sowie dem FC Ostrach und unterstrich, dass man sich bei den neu geplanten Mitgliedsbeiträgen Bezug nehmend auf die umliegenden Vereine im finanziellen Mittelfeld bewegen würde. Als Beispiel für deren Angemessenheit präsentierte er eine exemplarische Berechnung am Beispiel eines C-Jugendlichen, welcher trotz Anhebung des Mitgliedsbeitrags in Zukunft für eine Trainingsstunde fiktiv lediglich 26 Cent zu entrichten hätte. Dem Gremium, welches in insgesamt sieben Projektsitzungen über anderthalb Jahre hinweg insbesondere das Thema Mitgliedsbeiträge intensiv behandelte sei bewusst, dass es sich bei den vorgeschlagenen Zahlen in Bezug auf die bisherigen Mitgliedsbeiträge des SV Hausen a.A. um Steigerungen im dreistelligen Prozentbereich handele. Umgerechnet in Euro und im Vergleich mit Kosten für anderweitige Aktivitäten wie z.B. Musik seien die Zahlen allerdings mehr als vertretbar.

Zu organisatorischen Dingen wie Satzung, Bewirtung, Vereinsheimmiete oder Festveranstaltungen äußerte sich Andreas Ostermaier nur kurz. Man habe sich auch hier intensiv Gedanken gemacht mit Verweis auf die Generalversammlung des SV Hausen a.A. am 23. März, an welcher man die Punkte betreffend die Verbindung SV und FC nochmals erläutern werde. Grundsätzlich werde die neue Vereinskonstellation FC eng mit dem verbliebenen SV zusammenarbeiten.

Alle bleiben am Ball

In einem Organigramm unterstrich er die formal verankerte Gleichberechtigung in der zukünftigen Vereinskonstellation. Bei jedem Posten werde es einen Krauchenwieser und einen Hausener Part geben. Ausnahmslos alle Funktionäre, welche diese Idee „verbrochen“ hätten, stünden zukünftig für Posten in der neuen Vereinsstruktur zur Verfügung.

In der abschließenden Fragerunde standen neben Kurt Roll und Andreas Ostermaier auch Holger Holzbock als Jugendleiter sowie Marcel Gauggel als Vorstandsvertreter des FC Krauchenwies zur Verfügung. Hierbei konnten rund ein Dutzend Fragen auskömmlich beantwortet werden. Auf Nachfrage, wo der dritte Gemeindeverein, der SC Göggingen sich in dieser Konstellation sehe übergab man das Wort an den anwesenden Vorstand Lothar Müller. Alle seien sich einig, dass wenn der SCG in naher oder mittelfristiger Zukunft anfrage, es zu gegebnerer Zeit eine angemessen erweiterte Lösung über die Gesamtgemeinde hinweg geben werde. Die Felder seien durch die bereits Jahrzehnte währende Zusammenarbeit in der Jugend gerichtet, ein Zeitdruck bestünde deshalb beiderseitig nicht. Zu den Mitgliedsbeiträgen konnte dargelegt werden, dass auch nach einer Erhöhung der Spielbetrieb der Jugend und der Aktiven weiter zum Großteil durch andere Einnahmequellen subventioniert werden müsse. Dennoch sollen die Beitragseinnahmen nicht zweckentfremdet werden, sondern postum in die Ausbildung der Trainier und Übungsleiter und damit in die Qualität der Jugendausbildung investiert werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung warb Marcel Gauggel vom FC Krauchenwies bei den überzähligen Zuhörern aus Hausen für Vertrauern in die neue Vereinskonstellation. Wenn in Zukunft alle mit dem gleichen Herzblut wie in der Vergangenheit beim SV nun auch beim gemeinsamen FC an einem Strang ziehen würden, sei die neue Vereinskonstellation insbesondere auch für den Fussball in Hausen ein Gewinn. Man dürfe die Probleme nicht aussitzen, sondern müsse sie benennen und anpacken. Kooperationsfähigkeit mit Weitblick sei entgegen vieler vorherrschender, engstirniger Dorfvereinsphilosophien keine Schwäche sondern eine Stärke. Seiner Meinung werden unabwendbare demographische Probleme leider in ganz, ganz vielen Vereinen in der Region mit ähnlichen Voraussetzungen noch nicht erkannt bzw. mit falschem Stolz behaftet nicht angegangen, was in nicht allzu ferner Zukunft zu verwaisten Sportplätzen und Vereinssterben bei uns im ländlichen Raum führen werde.

Als Belohnung für das fleißige und interessierte Zuhören gab’s im Anschluß noch Wurstsalat für alle. Und so ließ man beim ein oder anderen Bierchen den Abend bei interessanten Gesprächen noch ausklingen in der Gewissheit, dass diese Veranstaltung ihren Zweck, bei sämtlichen Entscheidungen größtmögliche Transparenz zu vermitteln, eindeutig erfüllt hat. Über weitere formale Schritte wird nun auf beiden Seiten in den kommenden Wochen entschieden werden.