2015-07-22 11:02:17 | Verein

Verdiente Spieler


Mit dem Ende der Saison 2014/2015 haben auch zwei Fußballer ihre Karrieren beendet, die in der vergangenen Dekade den Fußball in der Region mitgeprägt haben, auch weil beide lange Jahre in der Landesliga das Trikot ein und desselben Vereins überzogen: Tamo Bausback und Björn Freisinger verabschiedeten sich mit dem Erfolg im Bezirkspokal vom FC Krauchenwies. Dass einer der beiden, Björn Freisinger, beim 5:0 gegen Ertingen/Binzwangen zuschauen musste, war ziemlich bitter, denn der Verteidiger erlebte sein Karriereende rotgesperrt quasi auf der Bank. Trotzdem können beide auf eine tolle Laufbahn bei den Rot-Weißen zurückblicken.

Bericht aus der Schwäbischen Zeitung, Marc Dittmann.

Sein letztes Spiel hatte sich Björn Freisinger sicher anders vorgestellt. Doch nach einer Roten Karte im vorletzten Saisonspiel der Bezirksliga gegen die SG Hettingen/Inneringen musste sich der Verteidiger das Pokalfinale von draußen anschauen, war also beim letzten Titel seiner Karriere gar nicht auf dem Platz. Trotzdem sagte er nach der Partie: "Es war insgesamt ein super Abschied." Björn Freisinger, der vor acht Jahren vom TSV Sigmaringendorf zum FC Krauchenwies kam, fühlte sich auf Anhieb beim FCK wohl. "Eine coole Truppe", die ihm immer viel Spaß gemacht habe.

"Meine persönlichen Highlights waren vor allem die WFV-Pokalspiele, die ich mit dem FCK bestreiten durfte, zweimal gegen den SSV Ulm, einmal gegen Heidenheim. Das sind schon die Spiele, die man nicht so schnell vergisst. Aber auch sonst gab es viele schöne Momente", sagt der Abwehrspezialist. So war Freisinger mit von der Partie, als der FCK 2007 dem SSV Ulm bei der knappen 3:4 in der ersten Runde alles abverlangte, genauso wie 2011, als man das Spiel gegen Heidenheim (1:3) bis in die Schlussphase offen hielt. "Aber auch einige nicht so schöne, wie den Abstieg mit dem TSV Sigmaringendorf aus der Bezirksliga in der Relegation", erinnert sich Freisinger, der in der gerade zu Ende gegangenen Saison noch einmal 23 Spiele für den FCK in der Liga bestritt.



Dabei wurde es für dem 33 Jahre alten Freisinger zuletzt immer schwieriger Sport und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Für den Maschinenbauingenieur und SAP-Systemadministrator in einer Markdorfer Firma mit ein Grund, jetzt die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Doch Björn Freisinger bleibt dem FC Krauchenwies erhalten. Er übernimmt in der nächsten Saison die Funktion des Teammanagers, quasi als Bindeglied zwischen Mannschaft und Vorstand des Vereins.

Pikante Note im Detail, dass Tamo Bausback dabei Björn Freisinger quasi als Innenverteidiger ersetzte. "Es ist schön, mit einem Titel aufzuhören", sagt Bausback. Der blonde, schmale Bausback, der von seinen Mannschaftskollegen auch "Helge" genannt wird, war über fast zehn Jahre die Arbeitsbiene im FCK-Mittelfeld, hielt bereits als junger Spieler vor einer Dekade Spielern wie Alexander und Timo Reutter den Rücken frei, lief Bälle ab und manchen Gegner "tot", leistete eben die Dienste, die nicht immer gleich jedem offensichtlich, aber dennoch so wertvoll sind.

"Mein persönlicher Höhepunkt war sicher der Sieg im Relegationsspiel gegen den TSV Berg in Aulendorf, als wir unter Trainer Georgios Fotiou wieder in die Landesliga aufgestiegen sind. Wir hatten damals eine Rumpfmannschaft gegen einen schier übermächtigen Gegner und haben diesen geschlagen", erinnert sich Bausback heute noch gerne an den 1:0-Sieg im Saisonfinale der Saison 2006/2007, als der FCK nur ein Jahr nach dem Abstieg in die Landesliga zurückkehrte.



Ein Knorpelschaden im Knie zwingt ihn vorzeitig zum Karriereende, denn mit gerade mal 29 Jahren - seinen 30. feiert er im August - gehört er zu den erfahrenen Spielern der Mannschaft, aber keineswegs aufs Altenteil. Bausback unterzog sich mehren arthroskopischen Eingriffen - bis irgendwann klar war, dass es besser ist, die Fußballstiefel an den Nagel zu hängen. "Mit einigem Abstand werde ich sicher auch mal wieder eine andere Aufgabe im Verein übernehmen." Seine letzte Saison wird Bausback, der als Produktionsingenieur im medizinisch-technischen Bereich einer Tuttlinger Firma arbeitet, sicher noch eine Weile in Erinnerung bleiben. "Ich denke, wir hatten die Chance, mehr zu erreichen, aber immer wieder einige Resultate dazwischen, mit denen wir es verschenkt haben." Aber um die Zukunft des Vereins und der Mannschaft sei ihm nicht bange, schließlich stießen einige gute, junge Spieler zum Team.