2015-07-20 10:26:04 | Verein

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Mit Siegen in Altheim und zuhause gegen den SV Renhardsweiler haben der FC Krauchenwies und die SG SV Hausen/FC Krauchenwies II vergangenen Samstag lange Saisons erfolgreich abgeschlossen. Beide Teams belegen in der Abschlusstabelle Platzierungen im Tabellenmittelfeld.

Unumstritten als Erfolg ist der neunte Platz für die SG SV Hausen/FC Krauchenwies II zu werten. Im bekannt schweren zweiten Jahr nach der Fusion hat man im Vergleich zum Spieljahr 2013/14 fünf Punkte mehr eingesammelt, bei einer positiven Bilanz von 13 Siegen zu 12 Niederlagen. Dem neuen Trainer Alexander Reutter ist es hervorragend gelungen, trotz ständiger personeller Wechsel eine solide Runde ohne größere Schwächephasen zu spielen und dadurch am Ende satte zwanzig Punkte zwischen die SG und den ersten Abstiegsplatz zu bringen. Auch die zweite Saison der SG ist daher eine Bestätigung, dass die Entscheidung Pro-SG sowohl für den FC Krauchenwies, als auch für den SV Hausen, die absolut richtige war. In der nächsten Saison, für welche bekanntlich Florian Köhler an der Seitenlinie Alexander Reutter unterstützten wird, gilt es weiterhin den Platz der SG in der A-Klasse zu festigen.

Über das Abschneiden des FC Krauchenwies in der Bezirksliga hingegen gibt es im Umfeld sicherlich vielschichtigere Meinungen. Durch den Sieg in Altheim konnte man sich zwar mit 45 Zählern noch auf Tabellenplatz sechs vorschieben und damit die Platzierung aus der Vorsaison wiederholen, allerdings holte man insgesamt sieben Zähler weniger als noch in der Vorsaison. Eine ordentliche Platzierung im oberen Tabellendrittel bestätigt werden die einen, in der Entwicklung stagniert die anderen urteilen. „Die Mannschaft hat ihr Potenzial nicht ausreichend oder vollends ausgeschöpft, keine konstanten Leistungen gezeigt - da wäre mehr drin gewesen.“ Eine sachliche und im Umfeld oft zitierte und vielleicht auch teilbare These, welche jedoch einem derzeit grundsätzlichen und bereits länger währenden Vorgang im Aktivenbereich des Vereins zu wenig Beachtung schenkt.

Der Umbruch ist weiterhin im Gange

Thomas Waldraff, Marco Hinder, Andreas Fiederer, Timo Reutter, Alexander Reutter, Eike Bausback, Florian Köhler - um nur einige Namen zu nennen. Spieler-Kaliber, welche binnen der letzten vier Jahre ihre Laufbahn in der I. Mannschaft des FC Krauchenwies beendet haben. Spieler, welche zunächst das Trainer-Duo Alexander Reutter/Andreas Reisser, wie auch nun das Trainertrio Grom/Fiolka/Dettenmaier ersetzen musste.

Betrachtet man die abgelaufenen vier Spielzeiten, die letzte Landesliga-Saison mit dem Abstieg sowie die letzen drei Bezirksliga-Runden etwas differenzierter so sollte man, ohne sich voreingenommen auf die „Glas-halb-voll-Seite“ zu schlagen, den „Glas-halb-leer-Kritikern“ etwas nachschenken. War die erste Saison nach dem Abstieg (Platz 10/37 Punkte) aufgrund von unglaublichem Verletzungspech schwer sachlich einzuordnen, so kann über die beiden letzten Spielzeiten unter dem Trainertrio Grom/Fiolka/Dettenmaier behaupten, dass man jeweils eine durchaus beachtliche Runde gespielt hat, ebenfalls keineswegs frei von Verletzungspech. Dass dies nicht jeder so sieht, diesen Umstand hat man vielleicht mit der ergebnisstarken Vorrunde und der Wintermeisterschaft vorletzte Saison 2013/14 selbst unbewusst heraufbeschworen, träumten doch damals einige vorübergehend schon wieder von der Landesliga.

In den Abschlußtabellen allerdings, und jene lügen bekanntlich nie, stehen nun in der Bezirksliga zuletzt zweimal Platz sechs zu Buche. Für die „Glas-halb-leer-Fraktion“ Abschlussplatzierungen mit rund zehn Punkten Rückstand auf die Spitze behaftet, während die „Glas-halb-voll-Beurteilung“ der Mannschaft im Zeichen des personellen Umbruchs mehr als ausreichend Luft zur Abstiegszone attestiert. Letztere Einschätzung gilt es dabei mit dem Hinweis zu verbinden, dass ein Bezirksliga-Verbleib in Zeiten von derartigen personellen Umbrüchen, auch in Krauchenwies, nicht als selbstverständlich anzusehen sind - prominente Beispiele für das Vollziehen solcher Prozesse über Jahren hinweg in der Kreisliga A gibt es im näheren Umkreis genug (Mengen, Hohentengen oder Ostrach).

Der FC Krauchenwies „bricht um“ - und das die letzten Jahre bis dato erfolgreich! Das scheidende Trainertrio Grom/Fiolka/Dettenmaier hat gute Arbeit geleistet, von dieser Einschätzung lässt sich die FCK-Führung nicht abbringen. Im Winter teilte Michael Grom der Vorstandsschaft mit, dass er nach vier Jahren FCK nach Saisonschluß den Trainerstuhl für unbestimmte Zeit ruhen lassen wolle. Damals Anstoß für die Vereinsführung, sich nach vielen Gesprächen bereits im Februar für einen neuen Weg nach der Saison zu entscheiden. Für alle Beteiligten keine einfach Situation. Umso beeindruckender, wie motiviert das scheidende Trainertrio die Rückrunde trotzdem anpackte und letztendlich dann auch mit dem Pokalsieg krönte. Gute Arbeit im sportlichen Bereich geleistet zu haben ist das eine, eine kameradschaftlich vorbildhafte Truppe zu hinterlassen eine sicherlich nicht weniger zu lobende Tatsache. So wird der neue Trainer Alexander Failer eine in allen Bereichen intakte Mannschaft vorfinden, mit welcher der FC Krauchenwies die kommende Runde optimistisch angehen wird.


Da ist das Ding! Links Daniel Dettenmaier (mit seinen Kindern Ben und Mila), in der Mitte Michael Grom und rechts Andreas Fiolka nach dem gewonnenen Pokalfinale in Hundersingen. Die offizielle Verabschiedung der Trainer wird im Rahmen der Generalversammlung am 25. Juni stattfinden.